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„Ein frühzeitiger Entscheid zum Holzbauer hat einen nachhaltigen Einfluss auf die Bauqualität“

Das ist das Thema der Master-Arbeit von Philipp Eckert beim „Interdisziplinären berufsbegleitenden Masterlehrgang für Holzkultur“.

Der Lehrgang „überholz“ basiert auf der Erfahrung, dass herausragende Holzbauten in enger Zusammenarbeit von Architekten, Holzbauingenieuren und Holzbauern entstehen. Im Fokus stehen der lösungsorientierte Ansatz, das gemeinsame Generieren von technischem Fach- und Spezialwissen und dem praktischen Input der Unternehmen. Übergeordnetes Ziel ist die verbesserte Kommunikation zwischen den Disziplinen und das Training einer erfolgreichen Zusammenarbeit.

Inwiefern profitiert der Bauherr von der Weiterentwicklung der Zusammenarbeit zwischen Architekt und dem Holzbauer?

Ein Holzbau unterscheidet sich in der Planung und Umsetzung stark von einem Massivbau. Während bei einem Massivbau die Planung noch während des Bauprozesses weiterentwickelt werden kann, muss sie beim Holzbau vor dem ersten Hobelstoss komplett durchdacht und abgeschlossen sein.

Da es sehr viel mehr zu berücksichtigen gibt, ist auch die Baubewilligung von Massivbauten sehr viel einfacher zu erhalten, als bei komplexeren Holzbauten. Hier müssen alle Überlegungen und Anforderungen feststehen, bevor der Gesetzgeber das Ja zum Bau gibt. Nur schon die Themen Brand- und Schallschutz erfordern eigene Konzepte mit Überlegungen, die bei einem Massivbau weniger ins Gewicht fallen.

Ein Blick in die gesetzlichen Schallschutz-Bedingungen in der Stadt Zürich zeigt: Laut Schweizer Gesetz und Anforderungen an den Schallschutz dürfte man in der Stadt Zürich fast nirgends mehr wohnen. Die Stadt ist sehr laut und an fast jedem Ort sind die gesetzlichen Schallschutzanforderungen nicht gegeben. Hier ist der Architekt gefragt mit Überlegungen, wie und wo Schallschutzmöglichkeiten, -überlegungen und Elemente angesetzt werden können und müssen, um die Baubewilligung mit vernünftigen Mitteln zu erreichen.

Ein möglichst reibungsloser und gelungener Holzbau beginnt mit der Kommunikation zwischen den beteiligten Holzbauern, Handwerksunternehmen, Gesetzgebern und den Bauherren. Es gilt, diese aufzugleisen, zu erleichtern und die Kommunikationswege einfach und effektiv zu gestalten.

Präzise Modelle und Konzepte als effektiver Kommunikationsweg

Das Eckert Architekten-Team hat sich über all die Jahre stets weiterentwickelt, um die Holzbaukultur, mit der sie selbst schon lange leben und arbeiten, konstruktiver umzusetzen. Vor jedem Projekt stellt sich die Frage: Was sind unsere Stärken, was sind die Kompetenzen der anderen und wie können wir diese bestmöglich nutzen? Grundsätzlich gibt es einen Paradigmenwechsel in der Verteilung der Aufgaben zwischen den Architekten und den Holzbauplanern.

Beispiel Projekt „Modell Olma-Halle“

Mit einem detailliert erarbeiteten Modell, das Einsichten in die grundlegenden Details ermöglicht, wird die Ausgangslage sehr schnell klar. Viele Überlegungen, die Missverständnisse und Kommunikationsprobleme verursachen, werden schnell offenbar und können aus der Welt geschafft werden, bevor sie den Prozess verlangsamen oder blockieren.

Am Beispiel des Tübinger Projektes zeigen wir die Besonderheiten bei den Haustechnik-Überlegungen auf. Mit der entsprechenden Grafik konnten alle Disziplinen inklusive den Bauherren verstehen, was die Überlegungen sind, wie das Gebäude funktioniert, wie sich die Energie bewegt im Haus und vieles mehr.

Für uns ist mit den Erkenntnissen des „überholz-Master-Lehrganges“ eine neue Kommunikations- und Verständnis-Ära angebrochen, mit der wir herausragende Holzbau-Projekte für alle Beteiligten begreiflich planen, erklären und effizient durchführen können.